Empfängnisverhütung
Die Möglichkeit bewusst zu entscheiden, ob und wann Kinder gewünscht sind, hat auch die Rolle der Frau in der Gesellschaft entscheidend gestärkt. Moderne Empfängnisverhütung ermöglicht, dass Kinder Wunschkinder sind. Eine auf Liebe beruhende Partnerschaft, in der sich das Paar gemeinsam für Nachwuchs entscheidet, ist die beste Voraussetzung für die glückliche Entwicklung eines Kindes. Dank hormonaler Präparate zur Empfängnisverhütung können Frauen und Männer heute Liebe ohne Angst vor einer ungewollten Schwangerschaft genießen.
Verschiedene Methoden – Individuelle Verordnung
Hormonale Kontrazeptiva enthalten Sexualhormone, die in ihrer Wirkung den körpereigenen Östrogenen und Gestagenen ähnlich sind. Es gibt verschiedene Formen der hormonalen Empfängnisverhütung:
Die Hormone können als Pille eingenommen werden (orale Kontrazeptiva). Kombinationspillen, die ein Östrogen und ein Gestagen enthalten, sind die häufigste Form hormonaler Kontrazeption. Heute vertrauen mehr als 80 Millionen Anwenderinnen weltweit auf die Zuverlässigkeit der Kombinationspille. Kombinationspillen schützen dabei nicht nur vor einer ungewollten Schwangerschaft, sondern haben zusätzliche Gesundheitsvorteile. Sie reduzieren zum Beispiel das Risiko, an Krebs der Eierstöcke oder der Gebärmutterschleimhaut zu erkranken.
Hormonale Depotpräparate setzen langsam über einen bestimmten Zeitraum Hormone im Körper frei. Dazu gehören das Intrauterin-System, Injektionspräparate, Implantate, das Pflaster und der Vaginalring.
Hormonale Kontrazeptiva müssen individuell verordnet werden. Die Verschreibung erfolgt in der Regel durch den Gynäkologen. Bei der Auswahl einer Methode spielen das Lebensalter und medizinische Bedürfnisse einer Frau ebenso eine Rolle wie die gegenwärtige Lebenssituation oder die persönlichen Vorlieben und Ansprüche an die empfängnisverhütende Methode. Es gibt auch Frauen, für die hormonale Kontrazeptiva nicht geeignet sind.
Die Kombinationspille: Das Gestagen macht den Unterschied
Kombinationspillen enthalten ein Gestagen und ein Östrogen. Obwohl der eigentliche empfängnisverhütende Effekt vom Gestagen ausgeht, wird ein Östrogen hinzugegeben. Wie im natürlichen Menstruationszyklus ergänzen sich die Wirkungen von Östrogen und Gestagen auf die Gebärmutterschleimhaut, damit ein regelmäßiger Zyklus sichergestellt wird.
Während die meisten Kombinationspillen das Östrogen Äthinylöstradiol enthalten, gibt es verschiedene synthetische Gestagene.
Einige Gestagene haben neben ihrem empfängnisverhütenden Effekt zusätzliche positive Wirkungen. Das neuartige Gestagen Drospirenon ist dem körpereigenen Hormon Progesteron sehr ähnlich.
In der erfolgreichsten Mikropille der Welt werden drei Milligramm Drospirenon mit 30 Mikrogramm Äthinylöstradiol kombiniert. Diese Mikropille wirkt nicht nur sicher empfängnisverhütend. Drospirenon wirkt aufgrund seiner antimineralokortikoiden Eigenschaften estrogenbedingten Wassereinlagerungen entgegen, die sich z.B. in Gewichtszunahme, Aufgedunsensein und Völlegefühl äußern können. Drospirenon balanciert diese östrogenbedingten Effekte besser aus als alle anderen bisher entwickelten Gestagene. Diese DRSP-haltige Mikropille ist heute das erfolgreichste hormonale Kontrazeptivum der Welt.
Seit kurzem gibt es auch eine Drospirenon-haltige Pille mit nur noch 20 Mikrogramm Ethinylestradiol. Der besondere Vorteil des Produkts beruht auf seinem einzigartigen Einnahmeschema: Es werden 24 Tage lang hormonhaltige Tabletten und anschließend vier Tage lang Tabletten ohne Wirkstoffe eingenommen. Dieses Regime redu-ziert die typischen monatlichen Hormonschwankungen, die mit traditionellen orale Kontrazeptiva auftreten. Herkömmliche Pillen haben ein Einnahmeschema von 21 Tagen mit Wirkstoff, gefolgt von sieben Tagen ohne Wirkstoff. Dieses neue Präparat ist auch zur Behandlung der prämenstruellen Dysphorie (PMDD) zugelassen, einer besonders schweren Form des prämenstruellen Syndroms (PMS).
Aufgrund der besonderen Eigenschaften von Drospirenon und den Vorteilen des neuen Einnahmeschemas lindert das Präparat die emotionalen und körperlichen Symptome der prämenstruellen Dysphorie.
Da Drospirenon auch anti-androgene Eigenschaften hat, ist diese neue Pille auch für die Behandlung von Akne zugelassen.
Empfängnisverhütung mit der Hormonspirale
Die Hormonspirale wird direkt in die Gebärmutterhöhle eingelegt. Die Hormonspirale besteht aus einem Kunststoffzylinder, der das Gestagen Levonorgestrel enthält. Dieser Hormonzylinder ist an einem elastischen Kunststoff-T fixiert, das für einen sicheren Halt in der Gebärmutter sorgt.
In der Gebärmutterhöhle werden langsam und gleichmäßig geringe Mengen des Hormons freigesetzt. Die Hormonspirale verhütet damit lokal, sicher und bequem und kommt so den unterschiedlichen Bedürfnissen und Lebenssituationen der Anwenderinnen entgegen. Die Hormonspirale ist nicht spürbar und gewährt vom ersten Tag an eine sehr hohe empfängnisverhütende Sicherheit, die bis zu 5 Jahre bestehen bleibt.
Die empfängnisverhütende Wirkung der Hormonspirale beruht auf der lokalen Wirkung der Hormone in der Gebärmutter: Der Schleimpfropf im Gebärmutterhals verdickt sich. Dadurch können die Spermien nicht mehr in die Gebärmutter vordringen. Dennoch aufsteigende Spermien werden in ihrer Funktion und Beweglichkeit gehemmt.
Die Hormonspirale ist die geeignete Methode für Frauen, die ein zuverlässiges, niedrig dosiertes Langzeitkontrazeptivum wünschen. Es ist besonders gut geeignet für Frauen, die ihre Familienplanung zumindest vorläufig abgeschlossen haben. Die Hormonspirale ist auch geeignet nach der Geburt eines Babys. Die Anwendung ist schon während der Stillzeit möglich.
Die Hormonspirale hat die positive Begleitwirkung, dass die Monatsblutung meist kürzer, schwächer und weniger schmerzhaft ist.
Hinweis für Patienten:
Jeder Körper reagiert anders auf Medikamente. Deswegen können wir Ihnen nicht sagen, welches Medikament für Sie das richtige ist. Bitte fragen Sie Ihren Arzt.