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Bayer HealthCare / Gesundheit / Ratgeber Archiv - Animal Health / Fuchsbandwurm auf dem Vormarsch
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Ausgefuchste Parasiten - Der Fuchsbandwurm ist auf dem Vormarsch

Seit Füchse ihren Lebensraum immer mehr auf Städte und Gemeinden ausdehnen, rückt auch ein gefährlicher Parasit immer näher: der Fuchsbandwurm.

Haustiere können Parasiten einschleppen

Hunde und Katzen sind heute nicht nur Haustiere – sie sind Familienmitglieder, die man liebevoll behandelt. Während Psychologen diesen Trend begrüßen, weil durch Schmusen und Streicheln Spannungen gelöst werden, beobachten Parasitologen den Körperkontakt mit gemischten Gefühlen.

Bello und Mieze können von ihren Ausflügen nämlich gefährliche Mitbringsel bis ins heimische Wohnzimmer tragen: die Eier des kleinen Fuchsbandwurms. Gelangen diese in den menschlichen Verdauungstrakt, können sie eine Echinokokkose auslösen. Diese Krankheit ist unheilbar und kann schlimmstenfalls tödlich enden.

Füchse sind Hauptüberträger

Füchse vermehren sich in Deutschland derzeit ungehemmt. Experten schätzen, dass sich deren Population innerhalb der vergangenen 15 Jahre vervierfachte. Die Gründe: Fuchspelze sind aus der Mode und die Tollwut, die früher unzählige Tiere dahinraffte, wird heute erfolgreich bekämpft.

Beides wirkt sich auf die Ausbreitung des Fuchsbandwurms aus. „Seit zirka 1990 hat die Befallsrate in vielen Gebieten drastisch zugenommen. Zudem tritt der Parasit heute in Regionen auf, in denen er früher unbekannt war“, heißt es in einer Informationsbroschüre des Deutschen Jagdschutz-Verbands.

Mit der Anpassung von Füchsen an das Leben in Städten und Dörfern werde der Bandwurm zunehmend auch in die Nähe des Menschen getragen.

Kleine Würmer, große Wirkung

Der Kleine Fuchsbandwurm ist auf der nördlichen Erdhalbkugel weit verbreitet. Er lebt in arktischen Gebieten, wo ihm der Eisfuchs als Endwirt dient, genauso wie in Norditalien oder Japan. Auch in Deutschland kennt er keine Grenzen.

„Je nach Region reicht der Anteil infizierter Füchse von einigen wenigen bis zu siebzig Prozent“, sagt Prof. Franz J. Conraths, Direktor des Instituts für Epidemiologie am Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit in Wusterhausen. Füchse sind Endwirte. Das heißt, in ihrem Darm entwickelt sich der nur vier Millimeter lange, vier- bis fünfgliedrige Bandwurm. Sein letztes Glied enthält rund 400 reife Eier, die über den Kot nach draußen auf Pflanzen oder den Boden gelangen.

Wenn die Eier in den Verdauungstrakt eines Zwischenwirts – in den meisten Fällen Feld- und Wühlmaus – gelangen, schlüpfen dort nach geraumer Zeit kleine Larven. Die durchdringen die Darmwand und wandern mit dem Blutstrom in die Leber, wo eine neue Generation Bandwürmer heranwächst. Diese Entwicklung schwächt den Nager ganz erheblich. Die Maus wird deshalb für einen Fuchs, aber auch für einen Hund oder eine Katze zur leichten Beute – und damit beginnt der nächste Lebenszyklus des Bandwurms.

Bis Symptome auftreten, vergeht viel Zeit

Im menschlichen Körper sieht diese Entwicklungsphase nicht anders aus. Einziger Unterschied zum Nager: Die Entwicklung der Larven in der Leber kann bis zu 15 Jahren dauern. Unbemerkt beginnen die Larven tumorartig zu wuchern. Treten nach der langen Zeit erste Symptome auf – zum Beispiel eine Gelbsucht – hat die Krankheit nicht nur große Teile der Leber zerstört, sondern auch andere Organe befallen. Helfen, aber nicht heilen kann eine spezielle Chemotherapie, die lebenslang immer wieder angewendet werden muss.

Infektionsrisiko siebenmal höher als vor 20 Jahren

2006 registrierte das Robert-Koch-Institut 16 Neuerkrankungen. „Insgesamt ist das Infektionsrisiko für Menschen heute siebenmal höher als vor 20 Jahren“, sagt Dr. Andreas König vom Fachbereich Wildbiologie und Wildtiermanagement am Wissenschaftszentrum Weihenstephan der TU München. Umso wichtiger seien Präventiv-Maßnahmen, die eine Verbreitung des Bandwurms stoppen.

Der beste Schutz: Haustiere regelmäßig entwurmen

Eine der effektivsten Maßnahmen, die das Risiko einer Echinokokkose verhindern, ist die regelmäßige Entwurmung der vierbeinigen Familienmitglieder. Wer alle sein Tier alle drei Monate mit dem Bayer-Wirkstoff Praziquantel behandelt, senkt das Risiko einer Übertragung schon ganz erheblich. Ganz auf der sicheren Seite sind Tierfreunde, wenn sie ihren Vierbeiner alle vier Wochen einer Prophylaxe-Therapie unterziehen, denn nach einem Monat stößt der Bandwurm seine 400 Eier ab. Dieses Vorgehen ist ganz im Sinne von Prof. Heinz Mehlhorn, Parasitologe an der Universität Düsseldorf: „Fuchsbandwürmer lassen sich so effektiv und bequem eliminieren.“

Hinweis für Patienten
Jeder Körper reagiert anders auf Medikamente. Deswegen können wir Ihnen nicht sagen, welches Medikament für Ihr Tier das richtige ist. Bitte fragen Sie Ihren Tierarzt.

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Foto: Frau mit Hund
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