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Endometriose

Gewebe auf Abwegen

Im Körper, so könnte man meinen, hat alles seinen festen Platz. Und doch gibt es Fälle, wo die natürliche Ordnung durcheinandergerät. Beispiel Endometriose. Bei dieser Krankheit gehen Teile der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) während der Menstruation auf Wanderschaft durch den Körper und siedeln sich an Körperstellen an, wo sie eigentlich nichts zu suchen haben. Zum Beispiel in den Eierstöcken und Eileitern, auf der Gebärmutter, der Blase, der Beckenwand, im Darm oder an anderen Organen. In seltenen Fällen können sogar Leber und Lunge betroffen sein.

Das große Problem: Die verirrte Schleimhaut reagiert auf hormonelle Veränderungen ähnlich, als ob sie sich noch in der Gebärmutter befände. Bei vielen Frauen kommt es während der Regel daher zu unerträglichen Schmerzen im Unterleib. Diese können auch unabhängig vom Zyklus auftreten – etwa beim Geschlechtsverkehr. Mitunter führt die Endometriose auch dazu, dass ein Kinderwunsch unerfüllt bleibt.

Ursachen nicht restlos erforscht

Endometriose betrifft viele Millionen Frauen. Allein in der Europäi-schen Union wird ihre Zahl auf 16 Millionen geschätzt. Dabei bleibt die Erkrankung bei vielen Betroffenen nicht diagnostiziert – und damit ohne lindernde Behandlung.

Erste Symptome werden nicht selten als normale Regelbeschwerden interpretiert. Endgültige Diagnosesicherheit bringt nur eine Bauchspiegelung. Hat man mit dieser die Krankheitsherde erkannt, kann man sie direkt veröden oder entfernen. Allerdings: Bei drei von vier Frauen kommt es nach diesen Maßnahmen erneut zu Symptomen.

Die Ursachen für die Erkrankung sind bislang nicht restlos geklärt. Die meisten Experten sind der Ansicht, dass Zellen der Gebärmutterschleimhaut durch Rückfluss des Menstruationsbluts über die Eileiter in die Bauchhöhle gelangen. Andere Forscher gehen davon aus, dass die Zellen sich von der Gebärmutter über Lymph- und Blutgefäße verbreiten.

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Vielversprechende Forschung

Zur Entstehung und Symptomatik der Endometriose scheint eine ganze Reihe von Faktoren beizutragen. Neben den Hormonen scheinen auch Entzündungsprozesse eine Rolle zu spielen. Ebenso die Bildung von Blutgefäßen, die für das Wachstum der Endometrium-Zellen auch außerhalb der Gebärmutter notwendig ist. Bayer Schering Pharma forscht intensiv auf diesem Indikationsgebiet und bringt dabei seine mehr als 80-jährige Erfahrung auf dem Gebiet der Sexualhormone ein.

Ein konkreter Hoffnungsträger ist ein Präparat, das Ende 2008 bei allen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union für die Behandlung der Endometriose zur Zulassung eingereicht wurde. Dabei handelt es sich um einen synthetisch hergestellten Abkömmling des Gelbkörperhormons (Gestagen), der zur Linderung endometriosebedingter Schmerzen führt. Das Medikament könnte das erste niedrig dosierte und nebenwirkungsarme orale Präparat zur Langzeitbehandlung von Endometriose werden.

Hinweis für Patienten

Jeder Körper reagiert anders auf Medikamente. Deswegen können wir Ihnen nicht sagen, welches Medikament für Sie das richtige ist. Bitte fragen Sie Ihren Arzt.

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Foto: Abbildung eines weiblichen Unterkörpers
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