Klinische Prüfungen sind Forschungsstudien, die an freiwillig daran teilnehmenden Personen durchgeführt werden. Untersucht werden soll dabei, ob ein neuer Behandlungsansatz sicher und wirksam ist. Mit jeder klinischen Studie sollen bestimmte Fragestellungen beantwortet werden, um so die Verhinderung/Vorbeugung, (Früh)erkennung, Diagnostik oder Therapie von Krankheiten zu verbessern.
SeitenanfangIn Auftrag gegeben und finanziert werden klinische Prüfungen von den unterschiedlichsten Organisationen oder auch Einzelpersonen, so z.B. von Ärzten, medizinischen Einrichtungen, Stiftungen, Selbsthilfegruppen und pharmazeutischen Unternehmen. Daneben gibt es aber auch von staatlicher Stelle in Auftrag gegebene und finanzierte Studien. Durchgeführt werden klinische Prüfungen unter anderem in Krankenhäusern, Unikliniken und Arztpraxen.
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Untersuchungen am Menschen werden nach strengen wissenschaftlichen und ethischen Grundsätzen durchgeführt. Zu jeder klinischen Studie wird ein so genannter Prüfplan (auch Protokoll genannt) erstellt. Darin wird genau festgehalten, was untersucht werden soll und wie die Prüfung durchzuführen ist. Außerdem wird darin begründet, warum jeder Teil der Studie notwendig ist. Jeder an der Studie teilnehmende Prüfarzt arbeitet an jedem Prüfzentrum nach demselben Prüfplan.
Zur Gewährleistung der Sicherheit der Studienteilnehmer sind verschiedene Genehmigungen erforderlich. Diese können zwar je nach Land etwas unterschiedlich sein, doch ist in aller Regel die Überprüfung (und Genehmigung) des Prüfvorhabens durch eine staatliche Stelle und lokale Gremien vorgeschrieben. Durch diese Überprüfung wird sichergestellt, dass die Studienteilnehmer in Übereinstimmung mit den ethischen Grundsätzen behandelt werden und dass der wahrscheinliche Nutzen der Behandlung in einem vertretbaren Verhältnis zu den möglichen Risiken steht.
In jedem Prüfplan wird genau festgelegt, wer an der Studie teilnehmen kann und wer nicht. Diese von allen Studienteilnehmern zu erfüllenden Vorgaben werden als Eingangskriterien bzw. Ein- und Ausschlusskriterien bezeichnet. Jede Studie hat andere Eingangskriterien. So wird beispielsweise anhand des Alters und Geschlechts, der medizinischen Vorgeschichte und des aktuellen Gesundheitszustands entschieden, ob ein Proband oder Patient an einer Studie teilnehmen kann oder nicht.
Dadurch, dass nur Personen mit vergleichbaren Merkmalen in eine Studie aufgenommen werden, wird gewährleistet, dass die erhaltenen Ergebnisse auf die Prüfsubstanz (bzw. die untersuchte Behandlungsform) und nicht auf andere Einflüsse zurückzuführen sind. Durch die Festlegung von Eingangskriterien wird demnach die Genauigkeit und Relevanz der erhobenen Befunde verbessert. Daneben wird dadurch aber auch sichergestellt, dass Personen, bei denen sich eine Studienteilnahme negativ auswirken würde, erst gar nicht diesem Risiko ausgesetzt werden.
Für eine Studienteilnahme in Frage kommende Probanden oder Patienten müssen vor dem Beginn der klinischen Prüfung zunächst über alle wichtigen Inhalte und Aspekte der Studie aufgeklärt werden, bevor sie – sofern sie teilnehmen möchten – freiwillig eine Einverständniserklärung unterschreiben. Im Rahmen dieser Aufklärung werden mögliche Studienteilnehmer unter anderem über den Zweck der Studie, die im Rahmen der Studie durchzuführenden Untersuchungen und Erhebungen, den Ablauf der klinischen Prüfung sowie über mögliche Risiken und den eventuell zu erwartenden Nutzen informiert. Neben einem Aufklärungsgespräch mit dem Prüfarzt oder einem Mitarbeiter / einer Mitarbeiterin des Studienteams wird die Studie auch in einer schriftlichen Patienteninformation ausführlich erläutert. Wer dann an der Studie teilnehmen möchte, wird gebeten, eine Einverständniserklärung zu unterschreiben. Wenn man diese schriftliche Einwilligung gegeben hat, heißt das aber nicht, dass man in der Studie bleiben muss. Vielmehr kann man jederzeit wieder ausscheiden, und zwar bereits vor Studienbeginn oder zu jedem Zeitpunkt im Studienverlauf oder während einer Nachbeobachtungsphase. Auch ist der Aufklärungsprozess damit noch nicht abgeschlossen. Denn sobald neue Erkenntnisse zum Nutzen oder zu den Risiken und Nebenwirkungen der Prüfsubstanz (oder sonstigen untersuchten Behandlungsform) im Studienverlauf bekannt werden, müssen die Prüfärzte alle Studienteilnehmer darüber aufklären. Wenn man dann noch weiter in der Studie verbleiben möchte, wird man als Studienteilnehmer ggf. gebeten, eine aktualisierte Einverständniserklärung zu unterschreiben.
SeitenanfangDurchgeführt werden klinische Studien in Arztpraxen, Kliniken, Krankenhäusern und ähnlichen Einrichtungen. Bei manchen klinischen Prüfungen werden die Studienteilnehmer an lediglich einem oder zwei hochspezialisierten Zentren eingeschlossen, in anderen Fällen erfolgt die Studie an Hunderten von Prüfzentren gleichzeitig.
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Durchgeführt werden klinische Studien normalerweise in einer festgelegten Abfolge von Stufen, die als Phasen bezeichnet werden:
Nach Abschluss einer klinischen Prüfung werden die erhobenen Befunde von den Prüfärzten und weiteren wissenschaftlichen Mitarbeitern sorgfältig ausgewertet, um so zu einer möglichst tragfähigen Bewertung der Ergebnisse und fundierten Entscheidung zum weiteren Vorgehen zu gelangen. Nach einer Studie der Phase I oder II müssen die Untersucher beispielsweise entscheiden, ob die neue Behandlungsform für klinische Prüfungen der nächsten Phase geeignet ist oder ob das Projekt aufgrund von Sicherheitsbedenken oder fehlender Wirksamkeit besser eingestellt wird. Nach Abschluss einer Studie der Phase III gilt es dann, anhand der vorliegenden Daten zu entscheiden, ob die Ergebnisse medizinisch relevant sind.
Die Ergebnisse klinischer Studien werden häufig in medizinischen Fachzeitschriften veröffentlicht, deren Artikel vor der Publikation von anderen Fachleuten (z.B. Medizinern) auf „Herz und Nieren“ geprüft werden. So wird gewährleistet, dass die vorgenommenen Auswertungen und die daraus gezogenen Schlussfolgerungen nachvollziehbar und stichhaltig sind. Darüber hinaus werden die Studienergebnisse auch von Firmen auf ihrer Homepage oder auf öffentlichen Internetseiten, wie beispielsweise bei ClinicalStudyResults.org, ins Netz gestellt. Besonders wichtige Studienergebnisse von allgemeinem Interesse werden bisweilen auch bereits vor deren Veröffentlichung in den Medien, auf wissenschaftlichen Kongressen und von Patientenorganisationen aufgegriffen und diskutiert. Nachdem die Unbedenklichkeit und Wirksamkeit eines neuen Mittels im Rahmen der klinischen Erprobung nachgewiesen sind, kann es zur Standardtherapie werden. (Dies bedeutet, dass die Behandlungsform dann allgemein anerkannt ist und breit eingesetzt wird.)
Zu den möglichen Vorteilen einer Teilnahme an einer klinischen Prüfung gehören unter anderem folgende Gesichtspunkte:
Zu den möglichen Risiken der Teilnahme an einer klinischen Prüfung gehören unter anderem die folgenden Aspekte:
Bevor man sich zur Teilnahme an einer klinischen Studie entscheidet, sollte man alle noch offenen Fragen von kompetenter Seite beantworten lassen. Nachfolgend sind von (möglichen) Studienteilnehmern dem Prüfarzt bzw. den MitarbeiterInnen des Studienteams häufig gestellte Fragen aufgelistet.
Zur Studie selbst
Mögliche Risiken und Vorteile
Teilnahme und medizinische Vorsorgung
Persönliche Belange
Finanzielle Belange
Weitere Einzelheiten finden Sie im Glossar der IFPMA Clinical Trials Page.
Quelle: Merkblatt des amerikanischen National Cancer Institute. (www.cancer.gov ) .
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